Ihre Nieren arbeiten rund um die Uhr, um Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus Ihrem Blut zu filtern, den Blutdruck zu regulieren, das Gleichgewicht wichtiger Mineralstoffe zu wahren und die Bildung roter Blutkörperchen zu unterstützen.
Eine Nierenerkrankung kann sich schleichend entwickeln. Tatsächlich bemerken viele Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) in den frühen Stadien keinerlei Symptome. Diese treten meist erst dann auf, wenn die Nierenfunktion bereits deutlich eingeschränkt ist.
Aus diesem Grund sollten die folgenden Symptome als mögliche Warnsignale betrachtet werden – sie sind jedoch kein Beweis für eine Nierenerkrankung.
Anhaltende Müdigkeit
Ein ungewöhnlich starkes Müdigkeits- oder Schwächegefühl kann auftreten, wenn eine Nierenerkrankung weiter fortgeschritten ist.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion reichern sich Abfallstoffe im Blut an; zudem kann eine Nierenerkrankung zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Beides kann dazu führen, dass man sich erschöpft fühlt.
Veränderungen beim Wasserlassen
Achten Sie auf deutliche Veränderungen der Häufigkeit, mit der Sie zur Toilette gehen.
Bei einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung kann es vorkommen, dass Betroffene häufiger oder seltener als gewöhnlich urinieren müssen. Auch ein verstärkter Harndrang in der Nacht ist möglich.
Veränderungen beim Wasserlassen können jedoch viele andere Ursachen haben und deuten nicht zwangsläufig auf eine Nierenerkrankung hin.
Schaumiger Urin
Gelegentliche Blasen im Toilettenwasser sind meist kein Grund zur Sorge.
Wenn der Urin jedoch wiederholt stark schäumt, kann dies auf Eiweiß im Urin (Proteinurie) hinweisen – ein mögliches Anzeichen für eine Nierenschädigung.
Ob tatsächlich zu viel Eiweiß ausgeschieden wird, lässt sich durch eine Urinuntersuchung feststellen.
Geschwollene Füße und Knöchel
Wenn geschädigte Nieren überschüssiges Natrium und Flüssigkeit nicht mehr effektiv ausscheiden können, sammelt sich Flüssigkeit im Körper an.
Dies kann zu Schwellungen – sogenannten Ödemen – führen, insbesondere an Füßen, Knöcheln und Beinen.
Da Schwellungen auch durch Probleme mit Herz, Leber oder Venen sowie durch Medikamente verursacht werden können, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
Schwellungen um die Augen
Anhaltende Schwellungen im Augenbereich können mit Nierenproblemen einhergehen, insbesondere wenn Eiweiß über den Urin verloren geht.
Die „National Kidney Foundation“ führt Schwellungen um die Augen als ein mögliches Symptom bei Nierenerkrankungen auf.
Trockene und juckende Haut
Gesunde Nieren tragen dazu bei, das Mineralstoffgleichgewicht im Körper aufrechtzuerhalten. Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen kann es zu anhaltendem Juckreiz, trockener Haut oder Veränderungen des Hautbildes kommen.
Trockene oder juckende Haut kommt jedoch sehr häufig vor und hat meist Ursachen, die nichts mit den Nieren zu tun haben.
Muskelkrämpfe
Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen kann es häufig zu Muskelkrämpfen kommen.
Veränderungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt können dazu beitragen; Krämpfe können aber auch durch Dehydrierung, Medikamente, körperliche Betätigung oder viele andere Faktoren ausgelöst werden.
Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen
Wenn die Nierenfunktion deutlich nachlässt, können sich Abfallstoffe im Blutkreislauf ansammeln.
Dies kann bei Betroffenen zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder ungewolltem Gewichtsverlust führen.
Anhaltende Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden.
Konzentrationsschwierigkeiten
Eine fortgeschrittene chronische Nierenerkrankung kann mit Konzentrationsschwierigkeiten oder einer verminderten geistigen Wachheit einhergehen.
Erschöpfung, Blutarmut (Anämie) und andere Komplikationen
können zu diesen Symptomen beitragen.
Auch hier gilt: Konzentrationsschwierigkeiten können viele Ursachen haben und sind kein spezifisches Anzeichen für eine Nierenerkrankung.
Atemnot
Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen kann Atemnot auftreten. Dies sollte ärztlich untersucht werden – insbesondere, wenn es mit Schwellungen oder anderen besorgniserregenden Symptomen einhergeht.
Plötzliche oder schwere Atembeschwerden sowie Brustschmerzen erfordern eine dringende medizinische Abklärung.
Wer sollte seine Nieren untersuchen lassen?
Warten Sie bei einem erhöhten Risiko nicht erst auf Symptome.
Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder einer familiären Vorbelastung für Nierenerkrankungen haben ein höheres Risiko für eine chronische Nierenerkrankung. Durch Blut- und Urinuntersuchungen lassen sich Nierenprobleme bereits erkennen, auch wenn Sie sich völlig gesund fühlen.
Zwei besonders aussagekräftige Werte sind die eGFR (zur Abschätzung der Filterfunktion der Nieren) und die uACR (zur Bestimmung des Albuminspiegels im Urin).
Fazit
Erschöpfung, schäumender Urin, geschwollene Knöchel, Veränderungen beim Wasserlassen und andere Symptome können bei Nierenerkrankungen auftreten – doch keines dieser Anzeichen allein
reicht aus, um eine Nierenerkrankung zu diagnostizieren.
Wichtig ist: Eine chronische Nierenerkrankung verursacht im Frühstadium oft keinerlei Symptome. Wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko besteht oder Sie unter anhaltenden, ungeklärten Beschwerden leiden, sind Blut- und Urinuntersuchungen weitaus zuverlässiger, als darauf zu warten, dass Ihr Körper Warnsignale zeigt. Dieser Artikel dient allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung.






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